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Unterschätzt 4: Spartan: Total Warrior (Diverse)

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Nicht nur auf Powerseller-Systemen wie PSX oder GameBoy findet man einige an Spieleperlen, sondern auch auf den Nachfolgegenerationen. So konnte sich ein typisches Hack’n'Slay auf X-Box, PS2 und GameCube in die Herzen vieler Oldschool-Trash-Freunde spielen, wenngleich ihm ein größerer Erfolg verwehrt blieb, was wohl an der fehlenden Jugendfreigabe lag.

SPARTAN: TOTAL WARRIOR
Als Geschichtskenner
verzieht man als Erstes sein Gesicht. Historische Daten stimmen vorn und hinten nicht, Mythologien werden durcheinandergewürfelt und zeitliche Abfolgen verzerrt. Aber da die gesamte Szenerie um Griechenland, Sparta, Römer und dem Drumherum nur als Kulisse für ein Spiel dient, bei dem man den Kopf frei bekommt, war dieser Patzer schnell verziehen.

Doch was kann an einem Game so faszinierend sein, bei dem sich Spieledesigner noch nicht einmal die Mühe gemacht haben, Historie richtig einzuarbeiten? So einiges! Denn wenn es mal ein Spiel gab, in dem es mal so richtig raucht, war/ist das Spartan: Total Warrior. Nachgestellt werden Schlachten zwischen den Spartanern und den Römern und wie es damals so war: Mann gegen Mann.

Hier werden Stärken ausgespielt, wie sie bis dato noch nicht zu sehen waren. Heerscharen an Kriegern tummeln sich auf dem Bildschirm. 150 sind keine Seltenheit und dennoch läuft alles flüssig und ohne Einbußen. Die Krieger sind herrlich animiert und lassen viel Spielraum beim Bekämpfen. Schubsen, Blocken, Schlagen mit Waffen von Krummsäbel über Schwert bis hin zu Äxten und nicht fehlen dürfenden Special-Moves machen es leicht, sich durch Riesenpulks von Römern zu kämpfen. Die Steuerung ist mit den teils doppelt belegten Tasten zwar nicht die einfachste, sorgt aber nach dem Erlernen für perfekte HauDraufAction.

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Wem es bei den Massenschlachten im Herrn der Ringe in den Fingern juckte, ist hier bestens bedient. Ein Riesenstreich mit dem Schwert und zehn Gegner fallen zu Boden wie Pins beim Bowling. Größere Gegner mit Schilden wuchtet man mit Konterschlägen zu Boden und bearbeitet sie dort. Distanzwaffen wie Pfeil und Bogen sind in diversen Truhen zu finden und neckische Missionen wie zum Beispiel Katapulte abfeuern oder wichtige Spartaner  eskortieren (um nicht zu viel zu verraten) sorgen für die nötige Abwechslung.

Einen Bonus bekommen die Stimmen der Protagonisten. Hier wurden mal Profis engagiert, denn die (deutschen) Dialoge sind keineswegs gekünstelt und die Stimmen sehr authentisch, so, als stammten sie direkt aus einem alten Monumentalstreifen. Sicherlich ist kein Hollywood zu erwarten, aber für mich eines der ersten Konsolen-Spiele überhaupt, in dem Sprachausgabe wirklich sehr gut passt und nicht aufgesetzt wirkt, auch wenn sich leider viele Sätze wiederholen.

Besonderes Schmankerl ist der Arena-Modus. In diesem kämpft man (zu Beginn allein) gegen mehrere Gegner in einer Kampfarena. Die Feinde werden von Runde zu Runde zahlreicher und zäher. Wie gut, dass man im Story-Modus hier viele Boni freischalten kann, um diese dann in der Arena einsetzen zu können. “…Nur noch eine Runde…”

Wer sich mit dem Genre anfreunden kann, von der (nicht übertriebenen) Brutalität des Spieles nicht abschrecken lässt und auf der Suche nach einem im Schwer-Modus knüppelharten Game ist, sollte mal ein Auge drauf werfen. Zeitfresser.


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