Shooter auf der Wii

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Die mittlerweile schon zwei Jahre auf dem Buckel habende Nintendo-Konsole «Wii» ist dank ihrer Wii-Mote nahezu prädestiniert für Shooter-Games. Dennoch sind Spiele dieser Art dünn gesät. Das es nicht unmachbar ist, zeigen jedoch eine Handvoll Shooter, die - mit verschiedenen Ansätzen - auf die neuartige Steuerung setzen.

Während Call Of Duty 3 zum Erscheinen der Konsole noch sehr in den Kinderschuhen steckte und die hakelige Steuerung sich oft verfing, war Red Steel schon einen Schriftt weiter und dominiert bis heute noch. Nicht unbedingt wegen der Steuerung, die hakt nämlich oft und der Pointer hat (wie bei Call Of Duty 3) kein Ende am Bildschirmrand, was die Perspektive endlos drehen lässt, verlässt man mal den Spielbereich.

Nein, Red Steel hat als einziger der Shooter auf der Wii, die ich bereits gespielt habe, eine Spielumgebung, die auf die Aktionen der Spieler reagierte. Einschusslöcher und viele an Gegenständen im Spielgeschehen, die herrlich mit in Schusswechsel einbezogen worden, wobei hier die Szenen in den Küchen und im Inneren des Schiffes besonders gelungen sind. Fliegende Töpfe, explodierende Gasöfen, berstendes Glas sorgen für elementare Spieltiefe.

Bei dem neuen James Bond - Ein Quantum Trost für die Wii ist davon leider nicht viel zu merken. Die gesamte Map ist zwar detailreich und kann getrost zu den Besten auf der Wii gezählt werden, wirkt aber ob ihrer Unzerstörbarkeit arg zweidimensional. Munitionskisten und explodierende Fässer, Kisten oder Autos sind hier schon die Obergrenze. Einzigst Granaten hinterlassen noch einen Rußfleck, ansonsten kann die Hölle los gewesen sein, die Spielwelt glänzt auch nach heftigsten Schusswechseln immer noch wie frisch aus dem Ei gepellt.

Die Steuerung beim neuen Bond-Abenteuer ist dagegen ausgereifter und erwachsen. Die Empfindlichkeit lässt sich einstellen, der Pointer stoppt artig am Bildschirmrand und sämtliche Aktionen gehen leicht von der Hand. Schade nur, dass die Buttons zum Ducken, Springen und Waffenwahl auf Nunchuck und Wii-Mote auch hier wieder ganz anders belegt sind. So muss man sich bei jedem Shooter-Game wieder auf die spieleigene Steuerung einrichten.

Wie man es richtig macht, zeigt Nintendo selbst, kennt man dort ja auch die Eigenheiten der Controlereinheit besser, als jeder andere. Mit Metroid 3 Corruption wird ein wahrer Steuerungstraum wahr. Der Pointer macht genau das, was man von ihm erwartetet und lässt einem auch nicht bei intensivsten Bosskämpfen nicht im Stich. Die Spielewelt ist wie von Metroid gewohnt sehr detailreich, aber auch hier ist eine Interaktion mit der Spieleumgebung - bis auf die vorgesehenen Gegner, Munitionsfässer und Schalter - kaum möglich.

Als Perle, die jedem Spielhallen-Gamer das Herz vor Freude hoch schlagen lässt, ist die Wii-Portierung der Spielhallenklassikers House Of Dead 2 und 3. Bei diesem - in Deutschland leider nicht erhältlichen - Wii-Railshooter entfällt die Steuerung des Protagonisten mittels des Nunchucks. Man kann sich voll und ganz auf das Shooting konzentrieren. Muss man auch, denn beide Teile des Referenztitels sind extrem schwer; die Steuerung jedoch kann man dafür nicht verantwortlich machen, denn diese ist für dieses Genre als perfekt zu bezeichnen.

Mittels einfacher Kalibrierung der Wii-Mote, in dem man ohne (!) Fadenkreuz auf zwei Scheiben zielen muss, ist alles eingestellt. Und ab jetzt ist das Fadenkreuz auch immer an der Stelle, auf die man auch die Wii-Mote richtet. Das ist bei dem Spielen ohne helfendem Fadenkreuz (man kann das nämlich abschalten) sehr wichtig. Nachgeladen wird nicht mit umständlicher Nunchuk-Bewegung oder Knopfdruck, sondern einfach mit Wegrichten der Wii-Mote vom Bildschirm - eben wie beim Original in der Spielhalle.

Neben den Ego-Shootern sind die 3rd-Person-Shooter ala GTA auch in Formen auf der Wii vertreten. Neben dem vierten Teil von Resident Evil, der ja hinlänglich bekannt ist und mit einer eigenwilligen, nach einigen Lernminuten aber nachvollziehbaren und pratischen Steuerung punktet, wäre noch Scarface zu erwähnen. Das sandkastenbasierende Game, besteht zum großen Teil aus Schusswechseln, wobei auch hier die Wii-Mote zum Zielen genutzt wird. Gut hierbei: sollte man gerade nicht schießen, sondern nur laufen oder einen Wagen lenken, muss die Wii-Mote nicht zwingend auf den Bildschirm gerichtet sein. Die Software erkennt das Fehlen des Pointers sofort und schaltet auf die klassische Kamera um, wie man sie von solchen Games auf anderen Konsolen kennt.

Eine Sonderstellung dürfe Crisis - The Day Of Disaster einnehmen. Neben Metroid 3 und House Of Dead ist er der einzige Titel in diesem Text, der direkt für die Wii entwickelt worden und keine Portierung ist. Hier sind die Schuss-Sequenzen nur eingestreut und funktionieren wie ein simpler Rail-Shooter. Allerdings ist es hier möglich, zusätzlich in Deckung gehen, denn die Gegner sind sehr zäh. Wer jedoch andere Shooter gespielt hat, wird an dieser Variante schnell die Lust verlieren.

Shooter auf der Wii sind also gar nicht mal so übel und abgesehen von der schwachen grafischen Leistung der Konsole ein ganz eigenes intensives und spaßiges Spielerlebnis. Bleibt zu hoffen, dass die Entwickler weiter auf die Stärken der Steuerung im Shooterbereich setzen, diese auch ausreizen und darüber hinaus nicht die Interaktion in der Spielewelt vergessen.


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