Billgheimser im Webdschungel

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Gehen die Leute zum Bäcker, kaufen sie ihre Ware, bezahlen und gehen. Gehen Sie in einem Supermarkt, sammeln sie all das, was sie benötigen, in ihrem Körbchen, gehen zur Kasse bezahlen und gehen heim. Oder sie wollen verreisen, suchen eine preiswerte Reise, zahlen artig und freuen sich.

Doch kaum bewegen sich diese sonst so zahlfreudigen Menschen im Dienstleistungssektor, wird gefeilscht, was das Zeug hält. Je unverständlicher die Gewerke sind, desto geringer die Zahlungsfreudigkeit. Und sobald es die Bereiche Werbung & Design erreicht, wird gespart, gespart, gespart. Wenn sich ein Designer mal breitschlagen lässt, als Imageförderer mal bei einem Kunden ein günstiges Paketangebot abzuliefern, mag das noch angehen. Denn er wird auch bei diesem niedrigen Preis sein Bestes geben.

Schlimmer sieht es bei den Preisdumpern, studentischen Dazuverdienern und Möchtegerngestaltern aus. Da werden komplexe Web-Seiten mal eben für einen Fuffi gemacht, was nicht nur die ganze Preislage destabilisiert, sondern auch zumeist der Hort für schlechtes Design ist. Warum sich für nen 50er so viel Mühe machen? Viele wittern da das schnelle Geld, schimpfen sich nach einer kleinen Weiterbildung beim Amt gleich Werbegrafiker und preisen sich in lokalen Blättchen als Werbestudio an. Was dabei herauskommt, sieht man tagtäglich. Werbedesign, dass einem die Zehnägel hochrollen lässt. Schnellschussarbeit.

Alles in allem vielleicht doch nicht so schlimm, meinen jetzt viele denken. Der Markt regelt sich von allein, Spreu trennt sich vom Weizen. Das mag sein, aber die innere Schwelle in den Köpfen der potentiellen Kunden ist dennoch verschoben. Wichtig ist nur, dass der Hinterhof-Gestalter nur einen Bruchteil dessen kostet, was ein Designer verlangt.

Das wird einem so richtig bewusst, wenn man mal auf Seiten wie z.B. myhammer.de schaut. Für diejenigen, die es nicht wissen: Hier und auch bei anderen ähnlichen Seiten, kann man sich als Auftraggeber anmelden und nach einer Dienstleistung suchen. Nach dem Aktionssystem wird geboten und der Beste gewinnt. Nur mit dem Haken, dass der Preis nicht steigt, sondern sinkt. Natürlich muss der Kunde seinen Auftrag nicht dem billigsten Anbieter erteilen, aber es ist beinahe erschreckend, für wie wenig Geld einige Leute bereit sind, komplexe Aufgaben wie Web-Design zu erledigen. 53 Euro für ein Forum, 35 für ein Logo oder einen 10er für eine Web-Seite.

Da kann man sich schon denken, wie das Endprodukt aussieht…

Ein Kommentar to “Billgheimser im Webdschungel”


  1. …auf die Wiese gehen und Graß fressen ist auch billiger als Einkaufen… schmeckt den meisten trotzdem nicht.
    Solche Effekte (150 € für eine komplette Site inkl. Design) ignoriere ich völlig. Wohl wissend, dass eine gute Arbeit für den Preis nicht möglich ist.


Auch was zu sagen?